Interview mit der Band SCHRAMM

SCHRAMM ist eine Band aus Greifswald/Usedom, die nicht nur ein sehr skurriles Äußeres hat, sondern auch mit ihren abgedrehten, zumeist finsteren Klängen und Texten so manche Gänsehaut auf dem Körper erweckt. Robert Meyer, Frontmann von SCHRAMM beantwortete mir ein paar Fragen:

 

Wie habt ihr zueinander gefunden?

Das entwickelte sich mit der musikalischen Intention. Ab 2006 produzierte ich unter dem Namen SCHRAMM schon eine Vielzahl von experimentellen Noise- und EBM-Tracks als reines Studioprojekt. 2010 kam Ringo als Co-Producer und Keyboarder dazu. Wir kannten uns schon lange von der Insel Usedom und legten dann gemeinsam als EBM Projekt los. Schnell suchten wir nach einem Drummer und einigten uns am Ende auf Schaule. Ringo kannte ihn von gemeinsam besuchten Psychobilly-Festivals. Für Schaule, der bisher in Punkrock-Bands gespielt hatte, war unser Stuff Neuland. Hauptsächlich führte uns sein Wunsch, analoge Drums und Gitarren einzubauen, zu unserer jetzigen Musik. Ringo übernahm zusätzlich die Klampfe und Schaules Arbeitskollege Christian wurde 2016 als Leadgitarrist mit aufgenommen.

 

Hattet ihr immer die gleiche Besetzung oder gab es Musikerwechsel?

Bevor Schaule dazu kam, übernahm ein Freund von uns bei zwei Gigs die E-Drums.

 

Welche musikalischen Vorbilder habt ihr?

Wir sind musikalisch offen und lassen uns von ganz vielen Künstlern gern inspirieren. Dabei gibt es keine speziellen Bands, eher Genres wie Industrial, Gothic, EBM, Metal, Dark-Electro etc. Da kann man schonmal Passagen hören, die an Marylin Manson, Wumpscut oder Eisbrecher erinnern.

 

Hattet ihr schon viele Auftritte im Ausland?

Über ein Drittel unserer Shows fand bisher in Schweden, Tschechien, England, Schweiz, Österreich und Italien statt. Das nimmt schon einen gewissen Raum ein.

 

Was ist euer musikalisches Ziel? 

Wir wollen musikalisch niemals stehen bleiben und uns weiterentwickeln. Dabei sollte der Grundtenor tanzbar und kraftvoll bleiben. Neue Instrumente werden immer wieder auftauchen. Unser Theremin z.B. bekommt einen immer größer werdenden Part als Soloinstrument.

 

Wer hatte die Idee mit den Verkleidungen und warum?

Ringo und ich hatten die Idee von Anfang an. Wir haben das Thema Steampunk schon länger verfolgt und waren auch schon als Jugendliche Fans von Madmax und dystopischen Outfits. Unsere Texte und Klänge auch optisch auf der Bühne zu präsentieren, war für uns immer ein großes Anliegen. Es ist für uns wie ein Ritual, uns vor der Show zu stylen. Eigentlich kann man nicht von Verkleidung sprechen – eher von angemessener Garderobe.

 

Mit welcher Band würdet ihr gerne mal die Bühne teilen?

Unter anderem mit Rob Zombie, Ministry, Die Krupps, Die Antwoord, Shining aus Norwegen.

 

Was war euer schönster/schlimmster Auftritt?

Schlimm war bisher kein Auftritt, wir hatten immer Spaß mit dem Publikum.  Meist waren es eher unangenehme Situationen, die mit der Anreise zu tun hatten. Schön waren alle Gigs auf ihre Art. Hängengeblieben sind besonders unser erster Auslandsauftritt in Schweden von 7 Jahren und unser gemeinsamer Auftritt mit D.A.F in Zürich 2014.

 

Awkward-Momente auf der Bühne?

Mir ist in Italien mal der komplette Hosenboden aufgerissen. Das habe ich dann erst im Nachhinein auf Fotos und Videos gesehen. Schaule ist mal von der Bühne gefallen, als er als Einhorn verkleidet seinen Balztanz absolvierte. Lustigerweise hat ihn da unser Gitarrist Christian aufgefangen. Er stand im Publikum und war danach als Bandmitglied im Gespräch.

 

Wann und wo kann man euch als nächstes spielen sehen?

Nachdem unser neues Album „Nuklear Fetisch“ Ende September in die Läden kommt, werden wir am 26.10. auf dem Sturm auf die Bastille Festival in Berlin, am 10. November auf dem Schattenwelt Festival in Wien und am 22.12. als Support von FEUERENGEL in der Sport- und Kongresshalle in Schwerin spielen. Im neuen Jahr geht es los mit einer Show in Neubrandenburg – am 12.01. zum MV-Metal-Meeting-Warm Up im Mosaik Club.

 

Welches Equipment benutzt ihr?
Guitarstuff: Dean Cadillac, Ibanez Explorer, Line 6 POD X3 Pro
Synths: Novation BS-2, Korg R3, Casio CZ 5000, M-Audio Venom,
Theremine: Moog Etherwave Standard mit ESP01 Modul, Subscope Costumversion, RCA Style Eigenbau mit Pegna Tube-Costumversion
Drumkit: D-Drum Diablo, DW 7000 Drum Doublebass Pedal, Becken: Meinl PST, Sabian Classics Serie, Alesis DM-5 mit getriggerten Wäschetrommeln von Siemens und Miele, Alesis Samplepad, Coron DS-7 Drum Synce
Others: Chalumeau Marble, Megaphon, Elektrische und handbetriebene Sirene

 

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