Interview mit GODZKILL-Frontman Theo Bormann

Schonmal etwas von der Neubrandenburger Band GODZKILL gehört? Na sicher doch! Heute hatte ich die Ehre mit dem powervollen, energiegeladenen Frontman Theo Bormann ins Gespräch zu kommen:

 

Wie bist du zur Musik gekommen?

Vieles ist auf meinem Bruder zurückzuführen. Ich weiß es heute, wie es damals war, als ich vor seinem CD-Regal, wo alle seine CDs in alphabetischer Reihenfolge sortiert waren, stand und mir meine erste CD dort raussuchte: Aerosmith mit dem Album Nine Lives. Das war der Moment, wo ich mich in eine neue und aufregende Welt begeben habe. „Mann, ist das Album geil“, dachte ich. Dann hörte ich immer mehr und öfter Musik und mein Bruder musste sich immer beherrschen, mich nicht zu verhauen, weil ich seine CDs durcheinandergebracht habe. Durch seine beeindruckende Sammlung an verschiedensten Bands rund um das Genre Metal und Rock, habe ich mich letztendlich auch in diese Musik verliebt.

Wie lange spielst du schon E-Gitarre?

Ich spiele seit nun ungefähr 12 Jahren leidenschaftlich Gitarre. Mit dem Geld, das ich zu meiner Jugendweihe bekam, habe ich mir meine erste E-Gitarre zugelegt, die ich bis heute immer noch besitze, denn so etwas behält man! Davor habe ich bei den Pfadfindern nur ein bisschen auf der Akustikgitarre rumgeklimmpert und nur die einfachsten Akkorde gespielt.

Spielst du noch andere Instrumente?

Wann immer ich die Gelegenheit dazu habe, ein anderes Instrument auszuprobieren, werde ich diese nutzen. Auf einer Reise durch Irland z.B. habe ich mir selbst die Spielkunst der irischen Flöte angeeignet. Manchmal habe ich auch unglaublich Bock Schlagzeug zu spielen und versuche dann mein Können, was manchmal in Frust umschlägt, da sich meine Gliedmaßen dermaßen verkrampfen, dass ich keine Trommel mehr treffen kann. Ich versuche es aber weiterhin. Mein zweites wichtiges Instrument ist meine Stimme, mit der ich mich sehr wohl fühle und viele Sachen ausprobiere wie z.B. den tuwinischen Kehlkopfgesang. Es macht einfach Spaß Musik zu machen, sei es auch nur mit zwei Löffeln oder auch einfach nur die flache Hand im Takt auf die Brust zu schlagen.

Wie ist es zur Gründung von GODZKILL gekommen?

Neubrandenburger Baracken am Reitbahnsee; dort fing alles an. Godzkill ist aus einer Idee entstanden, als ich mit meiner vorigen Band einen Proberaum in den Baracken gemietet, neue Leute kennengelernt habe und wir uns dann einen Proberaum mit eben diesen Leuten teilten, weil sie auch Musik machen wollten. In der vorigen Band habe ich nur Gitarre gespielt. Als dann die anderen eines Tages eine Jamsession machten, habe ich mir einfach mal das Mikro geschnappt und hineingesungen. Es machte uns allen unglaublich viel Spaß und sie fragten mich, ob wir nicht zusammen eine Band machen wollen bzw. ich in die Konstellation mit einsteigen wolle. Da ich die Herausforderung liebe, habe ich zugesagt. Damit wurde der Grundstein für GODZKILL gelegt.

Siehst du dich als Hobby- oder Profi-Musiker?

Weder noch…. ich bin leidenschaftlicher Musiker geworden. Ich beherrsche meine beiden wichtigsten Instrumente (Gitarre, Gesang) und weiß mit ihnen umzugehen, aber lernen und üben tue ich auch immer noch. Musik zu machen ist für mich mehr als ein Hobby und wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, würde ich nicht zögern, dies auch als Verdienstquelle zu nutzen, denn es macht mir unglaublich viel Spaß.

In welchen musikalischen Projekten warst du vor GODZKILL tätig bzw. hast du noch andere musikalische Projekte?

Meine vorige Band hieß HAGALAZ, wo ich nur Gitarre gespielt habe. Zwischenzeitlich hatten wir in dieser Band sogar 2 Sänger, was aber nicht funktioniert hat.

Neben GODZKILL habe ich derzeit keine anderen laufenden Projekte, da ich mein Herzblut für unsere Band einbringe und mich darauf erstmal konzentrieren möchte.

Hast du ein bestimmtes Ziel, wo du mit deiner Musik hin möchtest?

Natürlich ist es bei mir und auch bei meinen Bandbuddys so, dass wir bereit sind, mehr mit der Musik zu machen. Das heißt auf großen Bühnen stehen und die Massen begeistern. Ich kann mir nur im Ansatz vorstellen wie es ist, wenn tausende von Fans deine Musik, die aus deiner Leidenschaft heraus entstanden ist, mit Gefühlsausbrüchen (abfeiern, moshen, lachen, aber auch weinen) würdigen. Ich denke, dass das ein unglaublich erfüllendes Gefühl sein muss. Ich merke es aber auch schon, wenn wir in unserer Heimatstadt Neubrandenburg spielen, wo unsere Freunde und Familie unsere Konzerte besuchen und man in ihre glücklichen Gesichter schaut. Das erfüllt mich mit Freude, da ich versuche die Leute damit auch ein Stückchen aus dem Alltagsstress zu holen.

Was machst du beruflich und wie gliedert sich dein Musikerleben mit ein?

Derzeit arbeite ich in einem Labor zur medizinischen Diagnostik, aber mal sehen, wohin ich den Kurs einschlagen werden. Noch vertragen sich Arbeit und Leidenschaft gut miteinander und damit bin ich sehr zufrieden. Da unser Gitarrist aus Rostock kommen muss, proben wir in voller Besetzung nur am Wochenende. Unter der Woche geht es auch mal alleine in den Proberaum um neue Riffs auszuprobieren, zu jamen und an neuen Texten zu schreiben.

Habt ihr regelmäßige Auftritte mit GODZKILL?

Noch sieht es ein bisschen karg dahingehend aus, aber wir halten uns ran. Da wir alle in Vollzeit arbeiten, muss man sich natürlich schon aufrappeln, Bewerbungen zu schreiben etc. Aber wir haben Bock, sogar sehr und stehen total auf Livegigs! Deshalb kann man uns gerne via Mail oder auf den sozialen Netzwerken anschreiben und mit uns schnacken. Und wenn dabei noch ein Auftritt rumkommt, umso besser.

Schönster und schlimmster Auftritt

Schönster Auftritt: Prinzipiell ist jeder Auftritt, den ich mit oder ohne Band spiele, der schönste. Aber am beeindruckendsten empfand ich den GODZKILL-Gig im Last Orders Neubrandenburg am letzten Novemberwochenende 2017. Denn ich konnte kaum glauben, was ich da sah… Menschen, viele Menschen. Ich hätte niemals gedacht, dass über 140 Leute in diesen kleinen Pub reinpassen würden. Es war einfach ein Fest und unglaublich schön. Die kleine Masse hat unfassbar viel Stimmung gemacht, was natürlich uns alle auf der Bühne unheimlich gepusht hat.

Schlimmster Auftritt: Ich würde diesen Gig nicht als den schlimmsten betiteln, aber er war doch schon sehr „anspruchsvoll“ und herausfordernd für uns. Wir spielten auf einem Festival in einer kleinen Stadt in der Nähe von Rostock. Da sich das Festival am Rand der Stadt befand, musste der Veranstalter den Strom über einen übergroßen, alten Dieselgenerator produzieren lassen. Als wir Showtime hatten, verlief noch alles ruhig und gewohnt; Aufbauen, Linecheck und los gehts. Die ersten beiden Songs geschmettert und in der Mitte des dritten Songs… aus… alles tot. Unser kleiner großer Dieselgenerator hat doch tatsächlich seinen Dienst quittiert. Da stand ich also vor den Leuten und musste natürlich ein wenig Alleinunterhalter unplugged ausprobieren. Es lief auch ganz gut soweit und bald hatte sich der Generator unter Ausstoß einer riesigen schwarzen Qualmwolke zurückgemeldet. Wir konnten weitermachen. Doch beim fünften Song dasselbe Spiel. Wir fanden es eher erheiternd, sehr zum Leidwesen des Soundmenschen, der seine Anlage jedesmal neu hochfahren musste und schon tierisch gestresst deswegen war.

Ist dir mal etwas Peinliches auf der Bühne passiert?

Bis jetzt ist mir noch nichts wirklich Peinliches passiert, bis auf ein paar (viele) Texthänger, das ein oder andere versaute Gitarrensolo, aber das war es auch schon. Aber mal sehen, was da noch so kommt. Man munkelt, dass das eine oder andere Bandmitglied sich vor einem Auftritt etwas zu viel Mut angetrunken hat und entweder komplett neben dem Takt war, zu früh aufgehört hat und sogar von der Bühne fiel. Aber das sind Geschichten anderer.

Wann und wo kann man euch als nächstes spielen sehen?

Unser nächster Auftritt wird am 31.08.2018 auf dem Arschcholio-Festival im AJZ in Neubrandenburg stattfinden. Wir haben einige neue Songs im Gepäck und werden die Meute ordentlich anheizen. Ende November planen wir wieder unseren alljährlichen Gig im Last Orders Pub Neubrandenburg.

 

Foto: Ulrike Wolfgang

Tags
Teile diesen Artikel