Pianistin Rira Kwon im Interview

Ich hatte die talentierte, sympathische Pianistin Rira Kwon zu Besuch, welche mir ein paar Fragen beantwortete. Rira Kwon hat schon im frühen Kindesalter begonnen Klavier zu spielen, gewann diverse Wettbewerbe, studierte von 2008-2013 an der Musikhochschule Würzburg und machte dort anschließend ihren „Meisterklasse-Diplom“-Abschluss. Wie schön, dass wir sie als Klavierlehrerin für unsere hauseigene Musikschule gewinnen konnten.

 

Wie lange spielst du schon Klavier und wie bist du zur Musik gekommen?

Also ich spiele Klavier schon seitdem ich 4 Jahre alt bin – meine Eltern waren Emigranten und wir lebten in Australien – und irgendwie hat Mama dann eine Klavierlehrerin gefunden und mich einfach dahin geschickt.

War das dann eher der Wunsch deiner Eltern, dass du anfängst Klavier zu spielen?

Ich glaube sie haben mich einfach so als Grundlage dahin geschickt. Musik ist nunmal die Grundlage des Lebens. Meine Mama kann auch etwas Klavier spielen. Wir haben auch ganz oft schon 4-händige Sachen gespielt und sie hat mich auch so öfter begleitet. Ich glaube ich hatte einfach Spaß dran.

 

Wie oft in der Woche übst du?

Also zurzeit ist es schwer zu sagen, weil ich so viele Schüler habe und ich auch viele organisatorische Sachen mache. Es ist sehr unterschiedlich. Manchmal übe ich am Tag 4-5 Stunden, manchmal aber auch nur eine halbe Stunde.

Als ich auf dem Gymnasium war und auch wirklich Klavier studieren wollte, da habe ich täglich 6 Stunden geschafft, außer einen Tag – den habe ich mir geschenkt und da habe ich dann immer etwas anderes Schönes gemacht…Film gucken gehen, Sport machen…

An der Uni war es noch schlimmer. Da hatte ich einen sehr strengen Professor und der hat gesagt, wenn ich nicht täglich 8 Stunden schaffe, dann soll ich gleich aufhören. Da habe ich dann wirklich 8 Stunden gespielt.

 

Schreibst du eigene Klavierstücke?

Nein. Ich habe als zweites Fach in Korea zwar Komposition gelernt aber ich schreibe keine eigenen Stücke. Ich schreibe manchmal Akkorde aber so richtig komponiert habe ich noch nicht. Das ist eine ganz andere Welt.

 

Würdest du das mal gerne machen?

Ja, ich habe immer ein paar kreative Ideen. Auch wenn ich meine Schüler unterrichte, denke ich immer: „Ach es wäre schön, wenn die solche Stücke spielen würden…“. Aber es ist dann nur wirklich die Idee aber mich dann hinzusetzen und alles aufzuschreiben – bis dahin habe ich es noch nie geschafft.

 

 Wie viele Auftritte hast du jährlich?

Ich mache viele inoffizielle Auftritte – also Auftritte, die nicht groß in der Zeitung angekündigt werden. Ich trete fast einmal im Monat im Vitanas auf – manchmal auch mit meinen Schülern aber sonst habe ich nicht wirklich offizielle Auftritte. Das fängt erst im Oktober wieder an bei der neuen Reihe „Musikzeit“ der Hochschule Neubrandenburg im Theaterlabor.

 

Was war dein schönster bzw. schlimmster Auftritt?

Der schlimmste war sehr oft. In der Hochschule hatten wir jede Woche Klassenvorspiel. Jede Woche montags – egal, ob man vorbereitet war oder nicht oder wie man sich gefühlt hat. Ich wollte nie. Das war jedes Mal wirklich unangenehm. Auf der Bühne ist es eigentlich immer etwas unangenehm. Früher musste ich auch immer Tabletten nehmen, weil ich sehr großes Lampenfieber hatte.

Der schönste Auftritt war meine zweite Meisterklassen-Prüfung. Da habe ich damals Mozart – Klavierkonzert mit meinem Professor gespielt und da waren wir ein gutes Team. Ich weiß nicht, wie viele Leute ich überzeugen konnte aber ich habe mich sehr sicher gefühlt.

 

Bis du denn immer noch aufgeregt bei Auftritten?

Ja, aber ich kann jetzt besser damit umgehen, weil ich auch immer viel mit meinen Schülern spiele. Dadurch hat man etwas mehr Reife auf der Bühne. Aber für alle Musiker ist die Bühne immer eine große Aufregung – egal ob positiv oder negativ.

 

Was ist dein musikalisches Ziel bzw. würdest du sagen, du hast dein Ziel schon erreicht?

Nein, nein. Also überhaupt nicht. (lacht)

Also ich bin wirklich nicht so eine große Pianistin. Ich bin einfach eine absolvierte, etwas disziplinierte Pianistin und mein Ziel ist es eigentlich, mich immer weiterentwickeln zu können und etwas mehr Repertoire haben zu können. Ich fühle mich, als wäre ich immer noch nicht so richtig drin. Ja, ich möchte mal richtig einen Punkt erreichen, an dem ich sage „Jetzt hast du etwas richtig verstanden oder jetzt habe ich klassisch richtig etwas erlebt.“ DANN kann ich vielleicht denken: „Oh, jetzt kann ich vielleicht mal Jazz probieren“ oder so. Ich möchte mich mein ganzes Leben einfach immer weiterentwickeln.

 

Worauf legst du im Unterricht wert?

Das ist eine gute Frage. Ich möchte allen ein künstlerisches Niveau beibringen. Aber das kostet natürlich sehr viel Kraft und die Schüler müssen das auch wollen und die Eltern müssen das fördern. Also es muss alles gut zusammenpassen. Ich lege Wert darauf, dass sich die Schüler ständig entwickeln. Ich finde es auch sehr wichtig, dass sie oft Auftritte bzw. Vorspiele haben, damit sie die Möglichkeit haben, diesen Moment zu erleben, worum das musizieren eigentlich geht. Es geht darum, Menschen zusammenzubringen und etwas Gutes beeinflussen zu können.

 

 

Hast du ein Stück, was du am liebsten spielst?

Ja. Zurzeit ist es ein Stück aus meinem Programm für Oktober. Das ist eine Chopin Ballade und ich spiele sie mit meinem ganzen Herzen. Ich bin richtig ein bisschen in dieses Stück verliebt.

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