Meshuggah Signature Review

Wer schon einmal auf einem Konzert der schwedischen Band Meshuggah war, der weiß, was für eine gewaltige Wucht an Härte und Rhythmik auf einen zukommt, wenn man sich der Musik hingibt. Es handelt sich um brutalen Metal, gepaart mit extremen Aggressionen und zermarternden aber zugleich höchst anspruchsvollen Takten.

Nicht umsonst heißt die Band so, wie sie heißt. Das Wort Meshuggah leitet sich vom Wort „meschuga“ aus dem Hebräischen ab und bedeutet so viel wie „verrückt“ oder „nicht bei Verstand“.

Die Gitarrenläufe sind geprägt von Polyrhythmik und acht, sehr tief gestimmten Saiten. Die Werksstimmung ist „F“ und liegt somit elf Halbtöne tiefer als die originale und üblichste Stimmung „E“ bei 6-saitigen Gitarren. Die Bandmitglieder bezeichnen das Produkt ihres Zusammenspiels liebevoll als „aggressive music“ – aggressive Musik und ich finde das bringt es auf den Punkt.

Der Sound von Meshuggah zeichnet sich durch hohe Basslastigkeit (eben durch das zusätzliche Greifen von Tönen auf den unteren Gitarrensaiten) und starker Verzerrung aus. Trotz der sehr tiefen Stimmung der Gitarren ist der Klang sehr sauber und genau. Diese Sauberkeit kommt nicht von ungefähr…

Ibanez entwickelte 2012 zusammen mit den beiden Gitarristen Fredrik Thordendal und Mårten Hagström ein 8-Saitiges Monstrum der Extraklasse. Der dicht am Steg platzierte Lundgren M8 Tonabnehmer wurde speziell für diese Gitarre entwickelt und garantiert dadurch Präzision und Klarheit im Sound – auch auf den untersten Saiten. Der Humbucker allein kostet um die 190 Euro.

Um der Power der 8 Saiten standhalten zu können, entschied man sich für einen durchgehenden Hals, der in der Korpusregion eine Breite von 82 mm annimmt. Dieser wurde außerdem 5-teilig aus Ahorn und Bubingaholz hergestellt. Die zwei jeweils 7mm breiten Bubingastreifen sorgen dabei durch ihren schwingfreudigen Charakter für viel Sustain und ebenfalls für einen klaren und definierten Sound im Bass als auch in den Höhen.

Die eingebaute FX-Edge-III-8-Bridge erhöht den Genuss des Spielens zusätzlich durch eine hohe Stimmstabilität und die matte Beschichtung unterstreicht die schlichte aber zugleich gewaltige Erscheinung der Gitarre.

Ausgestattet mit einzigartigen Details und ohrgasmus-förderndem Sound erweist sich dieses extravagante Modell der schwedischen Chaos-Kings als Muss für jeden Fan der schweren, progressiven Musik. Sie ist mit einem Preis von rund 6000 Euro allerdings auch nicht für jedermann erschwinglich. Um auch weniger betuchteren Fans, die Möglichkeit zu bieten, sich ihren persönlichen Meshuggah-Gitarren-Traum zu erfüllen, entwickelte das (offensichtliche) „Thordendal-Hagström-Ibanez-Dreamteam“ 2 Jahre später die M80M.

Sie besitzt, genau wie das teure Original, die handgefertigten Lundgren M8 Pickups und die FX-Edge-III-8-Bridge. Über dem Esche-Korpus erstreckt sich ein fünfteiliger, angeschraubter Ahorn-Walnusshals, dessen Klemmsattel zusätzlich für Stimmstabilität bürgt. Auch die Weathered Black-Lackierung, die die Maserung des Holzes besonders gut zur Geltung kommen lässt, wurde beibehalten und sorgt somit auch optisch für Stolz eines Jeden, der diese Gitarre besitzt. Geliefert wird das gute Stück inklusive einer Ibanez Softcase; einem Mittelding aus Hardcase und Gigbag. Der Preis beläuft sich auf rund 1300 Euro.

Alles in Allem ist die M80M zwar günstiger hergestellt, im Grunde genommen liefert sie jedoch ein Klangerlebnis, dass tatsächlich nicht weit von dem Original entfernt ist. Herausragende Qualität, günstigerer Preis – was will man mehr!?

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