Ela Querfeld Interview

Am 13.05. war die talentierte Singer – Songwriterin Ela Querfeld bei Music-Town zu Besuch. Schon im Vorfeld hatte ich mich etwas mit ihr und ihrer bisherigen Karriere beschäftigt und so schwirrte mir schon zwei Stunden vor dem eigentlichen Konzert ihr aktueller Hit durch den Kopf. Mehr und mehr Leute fanden ihren Weg zu uns und labten sich in entspannter Atmosphäre an Snacks und Sekt. Schon bald waren alle Stühle belegt, die Meute war gut drauf und es konnte losgehen. Nachdem Chefin Alice Niedzwetzki einen herzlichen Gruß aussprach und alle Gäste willkommen hieß, tänzelte Ela leichtfüßig auf die Bühne – geradewegs in die Arme des Instruments, welches als erstes die Ehre hatte von ihr bespielt werden zu dürfen. Das Stage-Piano Roland FP-90 BK . Sie begann mit einem seichten Song. Eins ihrer mitreißenden, ehrlichen Liebeslieder. Um trotz einer alleinigen Performance das Gefühl zu haben samt Band aufzutreten, tippelte sie kurzerhand auf ihrem IPad herum, welches ihr schon bald eine perfekte Schlagzeugbegleitung lieferte.

Wer Ela Querfeld noch nicht kannte, wird spätestens jetzt von ihrem Talent überzeugt sein. Kurz ein paar Features zum Roland FP-90 BK erklärt, schon ging es an das geliebte Saiteninstrument: die Gitarre. Hier ging es nun etwas flotter zu. Auch hier stellte sie uns ein ausgeklügeltes Loopsystem vor, mit welchem es ihr ermöglicht war kurze Klopfsequenzen auf der Gitarre oder andere Melodien und Rhythmen aufzunehmen und in Dauerschleife abzuspielen. So hatte sie bald einen schwungvollen Begleitsong zusammengestellt, auf welchen sie nun mühelos singen konnte. Und das ging ab. Gleis 3, Normal, Ich hör nur; all ihre Kracher gingen durch den Raum, wie ein Feuerwerk zu Silvester und entfachten sogar bei dem ein oder anderen älteren Besucher ein Fußwippen. Auch mein persönlicher Lieblingssong von ihr „Eigentlich“ landete einen Volltreffer im Publikum und steckte jeden, der Ela beim Singen des selbstironischen, originellen Refrains anguckte, mit ihrem putzigen Lächeln an. Zu guter Letzt ihr aktueller Song „Immerwieder“, bei welchem das Engagement des Publikums gefragt war, was das Ganze in einem stimmigen und heiteren Endakkord ausklingen ließ.

Ela Querfeld – ein talentiertes Energiebündel mit endgeiler Frisur.

Wie bist du zur Musik gekommen? Wer/ Was hat dich geprägt?

Schon als kleiner Hosenmatz war ich sehr musikbegeistert, obwohl in meiner Familie im Grunde niemand Musik machte. Als ich etwa 5 Jahre alt war, besuchten wir mal meinen älteren Cousin. Der hatte gerade ein Keyboard geschenkt bekommen – damit war es um mich geschehen. Ich klopfte also so lange auf allen Töpfen in unserer Küche rum, bis mich meine Eltern „freiwillig“ mit 6 Jahren in den Instrumentalunterricht (damals Akkordeon) steckten. Von da an war ich in den verschiedensten Orchestern, Chören und Bands unterwegs und hatte in diesen Kreisen immer konkrete Vorbilder; häufig enge Freunde oder Bekannte aus dieser Zeit. Natürlich fand ich auch z.B. Pink klasse, aber das kam erst später.

Welche Bands inspirieren dich?

Ich höre recht breit gefächert Musik, da ich zu unterschiedlichen Zeiten sehr unterschiedliche Musik gehört und selbst gemacht habe – von Rock über Folk zu Pop und auch Jazz. Ich liebe bspw. Joni Mitchell oder Kate Bush, aber auch Herbert Grönemeyer und Ellie Goulding sowie Coldplay und früher Guano Apes.

Was schätzt du am meisten an der Arbeit als Musikerin?

Am meisten liebe ich das Reisen und so unglaublich viele tolle Menschen kennenzulernen. Und natürlich die Gänsehautmomente bei Konzerten, wenn nichts mehr zählt als das, was mit dir, deiner Band und dem Publikum in dem Moment passiert.

Außerdem ist der Beruf für mich eine wirklich gute Schule, mit sich selbst gesund umzugehen, weil ohne einen freien Geist und Körper der Akku viel zu schnell leer ist. Eine tolle, kreative Lebensaufgabe!

Wie gehst du mit dem Bekanntwerden um – Gibt es Fans die dir auf die Pelle rücken oder unangenehm auffallen?

Für mich ist es das größte Geschenk, wenn das, was ich selbst so liebe, wofür man täglich schwitzt, sich ins Zeug legt und alles gibt, gesehen und gehört und darüber hinaus gemocht wird. Deswegen bin ich dankbar für diese Zeit und dass es Kreise zieht. Natürlich gehört auch dazu, seine eigenen Grenzen im Umgang mit Menschen kennenzulernen und die klar zu definieren. Das bedeutet: Wenn jemand „unangenehm auffällt“, war ich nur nicht konkret genug. Dann räume ich meine Situation und damit die des Gegenübers auf und dann ist alles wieder in Butter. Ob das immer so funktionieren wird, wird sich zeigen.

Bist du hauptberuflich Musikerin?

Ja, mit Herz, Seele und großem Reisekoffer!

Hattest du schon Auftritte im Ausland?

Bisher genau einen im schönen Nachbarland Österreich. Ich tendiere also zu „jein“, auch wenn „ja“ natürlich korrekt ist.

Was war dein schönster/schlimmster Auftritt?

Ach, es gibt so diese Auftritte, da läuft entweder alles auf der Bühne schief oder drum herum. Und drum herum kann viel, viel schlimmer sein! 😉 Herzliche Grüße aber an die tollsten Fans aus Ulm, die das komplett

Was ist dein größter Traum?

Mein Traum ist es, mit meiner eigenen Musik Hallen zu füllen. Sowas wie die Markthalle in Hamburg wäre ein Anfang, größer geht natürlich auch. Und dann: Ein Song, tausende Stimmen, alle singen. Ich schätze, ich würde von Freudentränen überrumpelt von der Bühne rennen. Aber das möchte ich gern erleben.

Was ist dein nächstes musikalisches Ziel?

In wenigen Tagen erscheint meine erste, professionell produzierte Single, auf die ich unheimlich stolz bin: „Sommerfest“. Und wenn der hier und da im Radio gespielt wird, Leute ihn als „ihren persönlichen Sommerhit 2017“ sehen und wir vielleicht sogar etwas TV-Präsenz damit bekommen, DANN, ja dann bin ich richtig happy!

 

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