Interview mit Jonny Henning, dem Neubrandenburger Elvis

Am 9. Juni erwies uns der Elvis-Tribute-Artist Jonny Henning die Ehre und besuchte Music-Town, um uns ein paar Fragen zu beantworten.

N: Also erst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für ein Interview genommen hast!

J: Sehr gerne!

N: Magst du dich vielleicht kurz vorstellen?

J: Gerne, ja: Jonny Henning – ist auch wirklich der Name, 40 Jahre, hier aus Neubrandenburg, vom Beruf Erzieher, eine Tochter, unverheiratet aber liiert…noch was? (lacht)

N: Schön, nee das reicht erst einmal, würde ich sagen. (lacht)

N: Wie bist du zur Musik gekommen? Wer hat dich musikalisch geprägt?

J: Musik spielte in der Familie eigentlich immer eine große Rolle. Bin mit Elvis zum Beispiel ganz früh in Berührung gekommen. Ansonsten war Musik für mich immer ein Lieblingsfach. Ich hab auch gerne vor Leuten vorgesungen. Außerdem macht mein älterer Bruder selber Musik.

N: Der hat dich dann so mit angesteckt?!

J: Sicher. Hab auch die ersten Auftritte von ihm besucht. Und wenn man dann selber das erste Mal erlebt, dass man auf der Bühne steht – auch vor hunderten Leuten – das ist schon ein schönes Gefühl!

L: Warum singst du ausgerechnet Elvis-Songs?

J: Ich hab irgendwann mit 6 oder 7 Jahren bei meinem Vater ´ne Kassette von Elvis gefunden und die ist dann bei mir rauf und runter gelaufen. Es war was Anderes. Elvis war für die Leute immer so der tote, abgewrackte Rockstar und in meiner Jugend standen die Leute auf Depeche Mode oder was es da so alles gab. Das war für mich aber nie ein Grund zu sagen „ich versteck´ das“ oder so. Und Elvis war auch ein Mensch, der immer gegeben hat. Also es gibt Geschichten, da hat er am Tag 20 Cadillacs verschenkt und er hat sich immer für Krebskranke eingesetzt, für Leukämiekranke, Behinderte allgemein. Er kam ja auch aus ärmsten Verhältnissen. Ja und das ist was, wo ich mich auch vor verneigen kann.

N: Wirklich beeindruckend! Hattest du Gesangsunterricht?

J: Nee, ich hatte keinen Gesangsunterricht. Eine Stimme entwickelt sich. Man hat ja so seine Techniken und man kann natürlich auch durch so einen Gesangsunterricht versaut werden. Klar, ein paar Atemübungen hab ich mir schon beibringen lassen aber ansonsten…

N: Würdest du dich selbst als Hobby- oder Profimusiker bezeichnen?

J: Nee, also obwohl es natürlich offiziell angemeldet ist, würde ich es definitiv noch als Hobbymusiker bezeichnen, weil ich damit nicht meinen Lebensunterhalt verdiene – so bleibt es für mich immer noch eine Leidenschaft. Ich würde noch nicht einmal sagen Musiker. Ich würde immer sagen Sänger.

N: Bist du sozusagen dein eigener Manager oder hast du noch andere, die dir helfen?

J: Ich mach alles alleine. Aber ich hab in den letzten 2 Jahren ganz viele Sponsoren gewinnen können. Z.B. Firma City Car – der Geschäftsführer ist ein großer Elvis-Fan und unterstützt mich seit einem Jahr mit einem Auto. Oder auch Music-Town. Ich fühl mich hier gut beraten und weiß, dass ich hier alles finde was ich brauche. Letzte Woche war ich hier und hab eigentlich nur ein kleines Teil gesucht und Carsten hat sich anderthalb Stunden für mich Zeit genommen. Hier hab ich wirklich alles was ich brauche. Deswegen kommt man gerne her. Hier ist es so: Ich komm rein; Kaffee bekomme ich, wenn ich will und ich kann mich hier auch wirklich 2-3 Stunden aufhalten. Ich hab hier auch schon echt viel gekauft und bin damit wirklich wunderbar zufrieden.

N: Na das hört man doch gerne! (lacht)

N: Hattest du schon Auftritte im Ausland?

J: Nee, im Ausland noch nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden! (lacht)

L: Kommen wir zu der Frage „Was war dein schlimmster Auftritt“?

J: Also der Schlimmste war ein Auftritt im Möbelhaus „XXL Rück“ hier in Neubrandenburg, den ich aber dankend angenommen habe. Durch solche Dinger wirst du einfach stark: Verkaufsoffener Sonntag, neben dir steht ein Glücksrad und eine Grabbelbox und du stehst im Eingangsbereich und versuchst dein Programm durchzuziehen. Die Leute kommen einfach nur rein und rennen an dir vorbei und es nimmt dich eigentlich gar keiner wahr. Und schön ist nachher bloß, wenn du dann doch ein paar ältere Damen hast, die sich auf die Couch setzen und auch applaudieren. Also es war für mich zwar ein schlimmer Auftritt, was den Auftritt an sich betrifft aber es war trotzdem ´ne schöne Erfahrung.

N: Und was war dein schönster Auftritt?

J: Also es gab viele schöne. Letztes Jahr im November hab ich ´ne eigene Veranstaltung gemacht hier in Neubrandenburg im Marstall. „Stranger in my own Hometown“. Das war wirklich schön. Erstmal weil´s ne eigene Veranstaltung war mit eigener Werbung und Promotion etc. Dann natürlich ausverkauftes Haus mit 130 Leuten und das bei einem Ticketpreis von 18 Euro – trotzdem nicht viel hängen geblieben. Das war ein cooler Auftritt. 3 ½ Stunden durchgezogen – war mit Catering und allem Drum und Dran. Das war schon wirklich einer der schönsten Auftritte.

L: Würdest du die Arbeit als Sänger als deinen Lebenstraum bezeichnen?

J: Also es ist schon mein Leben – ich gehe darin auf. Das Schöne ist aber eben auch, dass du dadurch auch ganz viele Sachen unterstützen kannst. Ich bin jetzt am 1. Juni in Berlin in der Kinderkrebsstation der Charité – ich arbeite seit zwei Jahren mit dem Verein „Uckermark gegen Leukämie“ zusammen. Die haben letztes Jahr in Prenzlau ein großes Benefizkonzert gemacht, wo ich halt unentgeltlich aufgetreten bin und die haben glaube ich 13.000 Euro gesammelt für ein Hospiz und wir haben auch für diese Kinderkrebsstation „Sorgenfresser“ gesammelt – da sind über 70 Stück zusammen gekommen und die übergeben wir am 1. Juni zum Kindertag. Am 15. Juli bin ich bei Wismar im Dorf Mecklenburg, da findet zum 4. Mal „Tätowierte gegen Krebs“ statt. Das ist wie so eine Tattoo-Convention mit Showprogramm etc. Und dann eben am 29. Juli nochmal im Zoo in Eberswalde – das nennt sich „Benefiz für´s Hospiz“. Hört sich vielleicht abgedroschen an aber für mich ist es einfach immer wichtig im Leben was zu hinterlassen. Ich hab z.B letztes Jahr ´nen krebskranken Jungen kennengelernt und hab ihn gefragt was sein Traum im Leben ist. Und er meinte dann „´Ne Schwalbe. ´Ne Schwalbe zum auf dem Hof fahren.“ Ich bin dann zum Dienst gefahren und es ging mir den ganzen Tag nicht aus dem Kopf und dann hab ich über Facebook dazu aufgerufen Geld zu sammeln. Und ich hab innerhalb von 10 Tagen 2000 Euro zusammen bekommen. Das war was für mich, wo ich mir selber auch sage: „Wenn wir uns alle so´n bisschen auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren würden, dann würden wir ´ne ganze Menge erreichen – auch durch Musik!“

N: Na das nenne ich doch mal ein schönes Schluss-Statement. Danke, dass du bei uns warst!

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