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rockt!

Panzerballett Typewriter II Contest


Panzerballett: Wahnwitziger Wellness-Death-Jazz - das will geübt sein …

Es begann mit einem Konzert im Rostocker „Ursprung“. Mein Onkel Bodo hatte damals mitgeholfen, dieses Konzert zu organisieren, um eine geniale und verrückte, extravagante Band aus München zu uns zu holen. Es handelte sich um die Band „Panzerballett“, welche uns in Neubrandenburg vor drei Jahren schonmal auf dem Jazzfrühling beehrt und meine gesamte Familie begeistert hatte. Die Band zeichnet sich besonders durch ihre markante Stilrichtung aus - dem „Wellness-Death-Jazz“ oder auch „Jazz-Metal“. Polyrhythmische und hochkomplexe Musikstrukturen stehen hier an der Tagesordnung. Bandleader, Gitarrist, Komponist und Arrangeur Jan Zehrfeld nennt als Inspirationsquelle, neben Mats Morgan und Tribal Tech, immer wieder Progressive-Metal-Bands wie Meshuggah und Planet X, was man spätestens beim Meisterwerk „Euroblast“ unbedingt heraushörte und mich schon nach den ersten Songs sofort überzeugte.

Jedenfalls gab es gen Ende des Konzerts eine Ansage: Panzerballett startet einen Contest für den Song Typewriter II. Die Noten dazu liegen der Limited-Edition-Version des neusten Albums „Breaking Brain“ bei. Jeder könnte diesen völlig irrsinnigen Song (im positivsten Sinne) mit seinem Instrument covern und hätte somit die Chance, eine Ibanez RG8 zu gewinnen.
Eine 8-saitige E-Gitarre.
Vollkommen begeistert und von einem wahnsinnigen Konzert angestachelt, rannte ich nach Ende der Veranstaltung zur Bühne und versicherte mich, dass auch die Noten für die Gitarre in der CD sind. Ja. Bis zum 1.März.2016 hatte ich Zeit.
Bodo kaufte sich die CD und schenkte mir die Noten. Danke dafür!

Auf der gesamten Rückfahrt hörte ich den Song rauf und runter. Der Blick auf die Noten schreckte mich vorerst ab. Zum Glück hatten wir erst Anfang Dezember.
Mitte Januar nahm ich mir die ersten Noten des A3 großen Blattes vor, doch ich merkte schnell, dass ich so nicht weit kommen würde. Jedenfalls nicht vor Juni nächsten Jahres.. Meine Notenkenntnisse waren schändlicher Weise auch schon etwas eingestaubt. Tabs sind einfach zu verlockend. Selbst Schuld.

Ich machte mir also das Programm Guitar Pro zu Nutzen. Hiermit konnte ich jede Note und jede Pause einzeln eintippen. Das heißt, ich musste wahllos Zahlen in die „Tablinien“ tippen, in der Hoffnung mir wird daraufhin auf den darüber liegenden Notenlinien die korrekte Note vom Blatt angezeigt. Anfangs war das viel Ausprobieren. Später konnte ich immer mehr abtippen, wenn ich nicht zu faul war, meine schnell ermüdenden Augen („Arbeitszeit“: abends/nachts) durch das Schlachtfeld der schwarzen Punkte und Striche zu schicken. Erschwerend kam noch hinzu, dass ich die tieferen Noten, die eigentlich für die 7. Saite einer Gitarre gedacht war, auf die 6. Saite meiner Gitarre verlagern musste, da ich keine 7-Saiter besaß. Dieses eintippen war echt ein zähes Stück; zumal der 1. März immer näher rückte und ich das Stück ja auch noch spielen können musste. Bisher erschloss sich mir aus dem strukturierten Wirrwarr von tausenden, für den Otto-Normal-Hörer nicht immer wohlklingenden Tönen nämlich noch nicht einmal annähernd eine zusammenhängende Melodie. Das war purer Wahnsinn und hatte bei übermäßigem Konsum auf jeden Fall eine absolute Gehirnschmelze zur Folge.
Ein bisschen lag es aber vielleicht auch an der schlechten Wiedergabequalität meiner Anlage.

Irgendwann aber war es so weit.

Nach geschätzten 30 Stunden (Kein Scherz) des Eintippens, reichte nun ein betätigen der Leertaste meines Laptops und der Song wurde mir in voller Länge und in korrekter Geschwindigkeit und Rhythmik vorgespielt. Jetzt konnte ich loslegen mit dem Nachspielen. Dazu brauchte ich wohl nicht einmal ein Drittel der Zeit. Ich musste mein Spielen später lediglich etwas auf Schnelligkeit trimmen aber das ging dann auch schneller als gedacht. Trotzdem war ich froh, dass Panzerballett den Einsendeschluss auf den 15. März verschob; immerhin musste ich den Song auch noch aufnehmen und ein Video dazu drehen.

Ich hatte bei meinem Arbeitskollegen Martin, der ein eigenes Tonstudio besitzt, schon früh angekündigt, dass ich malwieder einen Termin zur Aufnahme der Gitarrenspur brauchte. Das klappte natürlich wie immer ohne Probleme und lieferte mir eine perfekt abgemixte Tonspur für mein Video. Nicht lange, da konnte ich das fertige Video bei YouTube hochladen und Herrn Zehrfeld den Link dazu schicken.

Doch dann kam der Hammer. Ich hatte mich scheinbar an einer unvollständigen Version des „Typewriter ll“ orientiert; einer Version, mit Musikvideo bei YouTube, bei der der virtuose Solopart ausgelassen wurde – ich hatte ihn also auch nicht gespielt bzw. war mir nicht einmal bewusst, dass er existiert.
Das war es dann wohl mit dem Contest. Man, habe ich mich geärgert.. Mir wurde zwar noch nahe gelegt, das Solo nachzuholen, da ich dann eventuell sogar eine Chance hätte zu gewinnen, aber dafür war leider keine Zeit mehr. Der Contest lief nur noch zwei Tage.
Ich habe dann verständlicherweise auch nicht gewonnen. Aber auch nicht wirklich verloren.
Ich habe auf jeden Fall an Erfahrung gewonnen und irgendwie bin ich auch ein bisschen stolz auf mich, dass ich vor Vollendung des Covers nicht eingewiesen werden musste… (^^) Ich habe mir selbst bewiesen, dass ich kann, wenn ich wirklich will und meine selbst aufgestellte Herausforderung gemeistert. Das ist doch mal ´ne coole Erkenntnis, oder?

An dieser Stelle noch eine ausdrückliche Empfehlung an alle Leser, die sich gerne mal die Windungen im Hirn zerschreddern lassen wollen:
Panzerballett spielen dieses Jahr auf dem WACKEN OpenAir!

Also…
Don´t miss it! ;-)

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